Bedeutende Funde an der Dominformation

Erstmals gesicherte Hinweise auf eine karolingerzeitliche Bebauung westlich der Pfalz? / 04.06.2010
 

Seit einigen Wochen finden am Klosterplatz Arbeiten für die neue Dominformation statt. Die dabei erforderlichen Erdarbeiten im Bereich des künftigen Eingangs werden durch die Stadtarchäologie begleitet. Trotz geringer Bodeneingriffe konnten schon jetzt bedeutende Funde gemacht werden. So wurde ein mittelalterlicher Kellerraum angetroffen, dessen ursprünglicher Fußboden aus Blausteinplatten in Teilen noch erhalten war. Unter diesem Plattenbelag wurde ein kompliziertes Kanalsystem vorgefunden, dessen Zweck noch unklar ist. Darüber hinaus fanden sich auch Reste römischer Gebäude.
 

Aus dem frühen ersten Jahrhundert nach Christus haben sich Spuren von Holzbauten in Form von Erdverfärbungen erhalten. Aus späterer Zeit stammt das Fundament eines Steingebäudes. Es verläuft in südwest-nordöstlicher Ausrichtung und bildete vermutlich den nordwestlichen Abschluss des Hauses. Aufgrund dieses Befundes kann man wohl den Verlauf einer seit langem bekannten römischen Straße, die im Quadrum des Domklosters nachgewiesen ist, weiter nach Südwesten ergänzen.
 

Aus vermutlich spätkarolingischer Zeit (ca. 9./10. Jahrhundert) wurde eine große Grube angeschnitten. Aufgrund der Dimension könnte es sich um einen Erdkeller handeln. Sollte sich die Datierung im Zuge der abschließenden Bearbeitung bestätigen, hätten wir damit erstmals gesicherte Hinweise auf eine karolingerzeitliche Bebauung westlich der Pfalz.

Mittelalterlicher Keller mit Resten des Blausteinplattenbodens. Wo die Platten fehlen, sind Reste von Ziegelkanälen zu sehen. Die Steine in der unteren Bildmitte, links von den Blausteinplatten stammen von einem römischen Mauerfundament.