Ausgewählte Fundstücke

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Der Denar Karls

Silberdenar Karls des Großen aus der Domgrabung
 

Ein ganz besonderer Fund: Im Jahr 2008 konnte bei den laufenden Ausgrabungen ein spektakulärer Fund gemacht werden. Es handelt sich um einen Silberdenar Karls des Großen aus der Zeit nach der karolingischen Münzreform des Jahres 794.

Die Vorderseite trägt in der Mitte ein Kreuz. Die Umschrift lautet:
CARLVS REX FR(ancorum) – Karl, König der Franken


Auf der Rückseite ist in der Mitte das berühmte Karlsmonogramm. Die Umschrift lautet: METVLLO

 

Dabei handelt es sich um den Prägeort, das heutige Melle in Frankreich.Es ist die erste Münze aus der Zeit Karls des Großen, die in Aachen gefunden wurde. Vieles spricht dafür, dass die Münze während der Bauzeit in den Boden gekommen war. Das würde bedeuten, dass in der Zeit nach 794 noch Bauarbeiten im Gange waren und zumindest der Fußboden noch nicht fertig gewesen ist.Der Verlust dürfte für den Finder mehr als ärgerlich gewesen sein. Die Kaufkraft lag – verglichen mit heutiger Währung – sicher über 50 Euro.

Ein Altfund von Gewicht

Ein solch besonderer Fund wurde 2006 wiederentdeckt, nachdem er 1974 bei Bauarbeiten in der Buchkremerstraße 1a durch den städtischen Mitarbeiter Ludwig Kriska gerettet wurde.

Es handelt sich um eine Bau- und Weihinschrift in der steht, dass für die Göttinen Isis und Mater Deum Magna (= Kybele) Tempel errichtet wurden. Mit dieser Inschrift des 2./3. Jahrhunderts haben wir die älteste bekannte Nennung Aachener Bauwerke vor uns.

Keltischer Glasschmuck

Erstmals kann aus Aachens Innenstadt ein gesicherter Fund der keltischen Zeit präsentiert werden. Das unscheinbar wirkende Glasobjekt ist Fragment eines kobaltblauen Glasamreifs der mittleren oder jüngeren keltischen Latenezeit (3. – 1. Jh. v. Chr.) und wurde bei den Grabungen unter dem Dom gefunden. Ein weiteres Stück fand sich bei den Grabungen im Elisengarten.

Nun sind gerade keltische Glasarmreife häufiger als Antiquität in frühmittelalterlichen Gräbern zu finden. Aus diesem Grunde kann man mit dem Neufund nicht automatisch eine keltische Besiedlung des Aachener Kessels ableiten, zumal unter dem Dom frühmittelalterliche Gräber gesichert sind.

Weitere Fundstücke

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