Einblick in die archäologischen Schichten der Ostseite des Katschhofs

Funde führen zu neuen Überlegungen zur Rekonstruktion der karolingischen Pfalz / 14.06.2010
 

Im Zuge von Kanalbaumaßnahmen der STAWAG konnte die Stadtarchäologie einen Einblick in die archäologischen Schichten der Ostseite des Katschhofs gewinnen.
 

Die 4,50 m lange und ca. 1 m breite Kanaltrasse war zwar durch zahlreiche Leitungen und Kabeltrassen in jüngerer Zeit bereits gestört, dennoch konnten wertvolle archäologische Beobachtungen gemacht werden. Im Osten der Trasse wurde der Ausschnitt einer von Südwest nach Nordost verlaufenden römischen Straße entdeckt, die bereits seit langem im Bereich des Domklosters nachgewiesen ist.
 

Von besonderer Bedeutung ist, dass die jüngste Straßenoberfläche noch im späten Mittelalter (ca. 13./14. Jahrhundert) benutzt wurde. Aus dieser Zeit stammen nämlich zahlreiche kleine Keramikscherben, die in die Kiesoberfläche eingetreten wurden. Durch diesen Befund müssen neue Überlegungen zur Rekonstruktion der karolingischen Pfalz erfolgen. Sollte tatsächlich eine schräg zur karolingischen Bauausrichtung verlaufende Straße zwischen Aula Regia (Rathaus)und Marienkirche (Dom) bestanden haben, muss das bisherige Bild im östlichen Kernbereich der Pfalz revidiert werden.
 

Die Arbeiten wurden durch freiwillige Helfer des Aachener archäologischen Arbeitskreises (AAA) unterstützt.

Blick in den Kanalgraben gegen Nord. Rechts von den Kabelsträngen sieht man in der Grabenwand die gelbliche Kiesschicht der römischen Straßentrasse.
Blick in den Kanalgraben gegen Ost. Spätmittelalterliches Bruchstein- und Ziegelmauerwerk eines alten Kanals oder eines Kellers.